Unterwegs in Down Under

Die Anreise


Die Anreise war eine echte Herausforderung.
Nicht nur, dass die Zugfahrten zum Frankfurter Flughafen unter keinem guten Stern standen, sondern auch die beiden Flüge zum anderen Ende der Welt nach Sydney hatten es in sich.
Insgesamt über 30 Stunden dauerte alleine die Flugreise, unterbrochen nur durch einen Aufenthalt auf dem Flughafen in Singapur. Dieser ist allerdings einer der Schönsten auf der Welt, sauber und abwechslungsreich. Sogar ein Schmetterlingsgarten versüßte mir die Wartezeit auf den Anschlussflug.

Der erste Flug war sehr kurzweilig, nette Gesprächspartner, und wir flogen in die Nacht hinein, also konnte ich gut schlafen. Der zweite Flug hingegen zog sich wie Kaugummi, da ich bereits ausgeschlafen war und nicht mehr richtig sitzen konnte.
Aber die Quälerei hatte sich gelohnt: Morgens landete die Maschine von Singapur Airlines sicher auf dem Rollfeld der australischen 5-Millionen-Metropole. Und das bei strahlendem Sonnenschein. Überhaupt sollte mich die nächsten Wochen meist sonniges und angenehm warmes Frühlings-Wetter begleiten. Beziehungsweise hier war ja schon Herbst.

Mein Hotel lag ziemlich zentral in der Nähe des Hafens, und somit ließen sich einige der Sehenswürdigkeiten direkt per Fuß erlaufen. Trotzdem qualmten mir abends die Socken!
Der Hafen ist wunderschön und hat wohl über 300 Kilometer Küstenlänge. Es machte Spaß, die Hinweistafeln über dessen geschichtliche Entwicklung zu studieren. Aber ich setzte mich auch gerne mal ans Wasser und ließ die Seele baumeln.
Lecker gegessen habe ich am Fischereihafen oder auch in einem der doch sehr stylischen Pubs hier.

Ich hatte auch die Gelegenheit, mehrere Windhundrennen zu beobachten. Diese sind hier sehr populär. Dabei kam dann auch eines der Hobbies der Australier zum Vorschein: Das Wetten!

Toll war auch das Lichterspiel am Abend im Hafen zu genießen. Einfach gigantisch!

Weiter nach Queensland


Nach ein paar Tagen in der Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales ging es fast 2.500 Kilometer in den tropischen Norden des Kontinents. Zunächst per Flugzeug mit Virgin Airlines nach Cairns und von dort aus mit dem Mietwagen weiter nach Port Douglas. Ich hatte mir extra einen internationalen Führerschein dafür ausstellen lassen. 
Aber Achtung, hier herrscht Linksverkehr! Und nicht nur das, sondern auch das Lenkrad befand sich auf der rechten Seite. Also schalten mit links, aber das ist bei Automatikgetriebe ja nicht ganz so schlimm. Allerdings waren auch die Schalthebel fürs Blinken und der Scheibenwischer vertauscht! Deshalb gingen bei meinem Mietwagen beim Abbiegen auch öfter mal die Scheibenwischer an! Allerdings soll ich wohl nicht der Einzige gewesen sein, der damit Eingewöhnungsprobleme hatte ;-)

Ein wirklich wunderschöner, kleiner Touristenort, dieses Port Douglas. Sehr sauber, üppiges Grün und ein langer Sandstrand - Wow!
Das Klima war jetzt Mitte April mit knapp 30 Grad und trotz hoher Luftfeuchtigkeit schon wieder ganz gut zu ertragen. 
Vom Pazifik kam auch immer eine frische Brise. Um den Jahreswechsel soll man die Hitze und das schwüle Klima hier wohl kaum aushalten. Zumindest außerhalb der Klimaanlagen ;-)

Hier am oberen Ende des Great Barrier Reefs hatte ich eine tolle Tour in den Daintree Regenwald Nationalpark. Das ist der größte zusammenhängende Regenwald der Welt!
Das einheimische Volk der Eastern Kuku Yalanji Aborigines wacht dabei über die Region. 
Ein Eingeborener weihte uns vor Betreten des Regenwaldes in die Kultur und Geschichte ein. Nach einer speziellen spirituellen Zeremonie und dem Vertreiben aller bösen Geister waren wir bereit dafür.
Die Flora und Fauna war wirklich beeindruckend. Gott sei Dank hatten wir einen Führer, ansonsten hätten wir viele kleinere Tiere und Insekten gar nicht bemerkt.
Auch an einer Bootsfahrt auf dem Daintree River konnte ich teilnehmen. Natürlich gab es hier Krokodile, aber auch einen wunderschönen Kingfisher konnte ich entdecken - Einfach toll!
Und dann der Moment, bei dem zwei Weltkulturerbe aufeinander treffen: 
Der Daintree Regenwald und das Great Barrier Reef! 
Ein wirklich schöner Moment.

Am nächsten Tag hatte ich auch die Gelegenheit, die Gegend auf eigene Faust zu erkunden. Die Ausblicke auf die Natur sind hier wirklich begeisternd:
Grüne Landschaften, Berge, Sandstrand soweit das Auge reicht, und immer das Rauschen des Meeres und das des Windes in den Baumwipfeln im Ohr.
Aber auch die Tierwelt mit ihren vielen mir unbekannten Vögeln war beeindruckend.

Am und im Meer war gerade Quallensaison. Hieß, Vorsicht vor den Tentakeln der Tiere, die stechenden oder brennenden Schmerz verursachen können. Gefühlt alle paar hundert Meter gab es eine Art Erste-Hilfe-Kasten mit Instruktionen, wie man sich im Fall eines Unfalls verhalten soll.
Gewöhnliches Essig soll wohl die effektivste Sofortmaßnahme sein.

Zum Schutz der Schwimmer gab es aber auch immer wieder kleinere, mit Netzen abgetrente Bereiche, in denen man gefahrlos baden konnte. Was es nicht alles gibt!

Auch sieht man hier überall Warnschilder mit Maßnahmen zum Schutz vor Krokodilen, die man unbedingt beachten sollte, um nicht von ihnen angegriffen zu werden. Generell, so hieß es, soll man in jedem Gewässer in Queensland mit den gefährlichen Reptilien rechnen - Au weia!

Immer nach Süden


Das Wildlife Habitat von Port Douglas beherbergte viele ehemals kranke, verletzte oder aufgegriffene Tiere und gibt ihnen ein sicheren Zufluchtsort. Das unterstütze ich natürlich gerne :-)
Die zwei Papageien rechts waren dabei allerliebst. Sie zankten sich, knuddelten und schmusten miteinander, ganz wie ein jung verliebtes Paar.

Hier sah ich auch Koalas, Strauße, Wallabys und auch Kängurus, mit denen ich einige Zeit später noch eine bedeutsame Begegnung haben sollte.

Von hier aus ging es nun fast 1.800 Kilometer nach Süden in Richtung Brisbane, in kleineren Etappen über 10 Tage verteilt.

Die Landschaft an der Küstenstraße war hier im Norden wirklich atem-beraubend. Immer wieder wunderschöne Ausblicke auf Berge, Strand und Meer.

Die Zuckerrohrfelder, an denen ich vorbei kam, waren riesig und bieten den  Menschen hier sicherlich viele Arbeitsplätze. Allerdings wird das Zuckerrohr nach der Ernte nach Asien zur weiteren Verarbeitung ausgeführt. 
Der daraus gewonnene Zucker wird anschließend wieder nach Australien eingeführt - Die Globalisierung lässt grüßen!
Das aber vernichtet leider auch viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft in Australien :-(

Azurblaue Traumstrände


Nur ungefähr zwei Stunden südlich von Cairns an der Cassowary Coast liegt der kleine, gemütliche Strandort Mission Beach. Umgeben von Regenwald, langen, palmengesäumten Traumstränden und vorgelagerten Inseln ist der entspannte Küstenort der perfekte Platz für Natur, Abenteuer und Erholung. Der Ort versprühte dabei ein gemütliches und authentisches Flair. 
Viele Sehenswürdigkeiten bot Mission Beach nicht, aber vermittelte dafür  den Eindruck eines Naturparadieses!

Auch hier gab es viele Vögel, Aras und auch die vom Aussterben bedrohten Kasuare. Letzteren begegnete ich allerdings auf meinen Regenwaldtouren nicht, was vielleicht auch besser so war. Diese gelten nämlich mit ihren kräftigen Beinen und scharfen Krallen als nicht ganz ungefährlich und durchaus auch als angriffslustig, falls sie sich bedroht fühlen. Auch bei Menschen!

Ein besonderes Erlebnis hatte ich ganz in der Nähe meiner Unterkunft. Dort lebte im angrenzenden Gebüsch eine Gruppe von Wallabys. Diese gehören zur Familie der Kängurus, sind aber wesentlich kleiner und leichter als diese.
Ab und an trauten sie sich auf 10 oder 20 Meter an die Gebäude heran. Sicher aufgrund von besonders leckeren Kräuter oder Pflanzen.

Aber auch hier gilt eine strenge Rangordnung! Kein rangniedrigeres Tier darf sich an den besonders leckeren Kräutern laben, wenn das ranghöhere Tier noch nicht fertig ist. Falls es trotzdem versucht wird, gibt es eine handfeste Keilerei!

Und das konnte ich auch beobachten. Nachdem ein paar böse Blicke nicht beachtet wurden, ging das ranghöhere Tier plötzlich wie wild auf den Eindringling los, setzte einige kräftige Schwinger und ließ erst von ihm ab, als dieser die Flucht ergriff! Wow!!!

Trockene Tropen


Weiter ging es Richtung Süden.
Die Landschaft war immer noch atemberaubend. Große Seen lagen vor den Bergen und die verbindenden Wasserarme schlängelten sich durch üppiges Grün bis hin zum Meer - Wunderschön!

Den "wet tropics" (feuchten Tropen) folgten die so genannten „dry tropics“ (trockenen Tropen).

Den nördlichen Punkt davon markierte dabei die Stadt Townsville. 
Der Unternehmer Robert Town hatte im 19. Jahrhundert die Gründung der Stadt finanziell unterstützt und sich damit mit seinem Namen verewigt.

Castle Hill, ein massiver rosafarbener Granitfelsen, war ein großartiger Aussichtspunkt, von dem aus man Townsville und das angrenzende Meer überblicken kann.

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, diesen über einen der Wanderwege zu erklimmen. Puh!

Tatsächlich, von hier oben hatte man eine tolle Aussicht auf die Umgebung, die Stadt, den Hafen und die vorgelagerte Insel "Magnetic Island".

Diese bekam ihren Namen von ihrem Entdecker James Cook:
Beim Vorbeisegeln spielte der Kompass plötzlich verrückt, weshalb magnet-haltiges Gestein der Insel vermutet wurde und der Insel zu ihrem Namen verhalf.

In dieser Region ist Zuckerrohr ein wichtiges landwirtschaftliches Produkt, das auf bewässerten Flächen angebaut wird und bis zu 200 km von der Küste entfernt geerntet wird. Die Stadt selbst fungierte ursprünglich als Exporthafen für Rohstoffe, und Zuckerrohr entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Hauptexportgut.

Dass der Zuckerrohrsaft zwar sehr süß, aber mit ein paar Limettenscheiben richtig gut schmeckt, davon konnte ich mich auf dem "Sunday Market" in Townsville selber überzeugen.

Sehr interessant war es auch mit anzusehen, wie der Sirup aus den Stangen herausgepresst wurde. Selbst der faserige Rückstand wird verwertet. 
Entweder zur Energiegewinnung oder als Rohstoff für Papier und Verpackungen.

Segeltörn am Great Barrier Reef


Ein absolutes Highlight meiner Reise war der Besuch von Airlie Beach mit späterem Segelausflug zu den Whitsunday-Islands (die Inseln wurden an einem Pfingstsonntag entdeckt) und dem Schnorcheln am wohl größten Korallenriffsystem der Welt, welches es zum größten lebenden Bauwerk auf unserem Planeten macht!

Frühmorgens ging es los.
Zunächst noch stark bewölkt, aber nach dem Regen vom Vortag sollte es noch ein sonnenreicher und wunderschöner Tag werden.

Mit Ganzkörper-Funktionsshirt als Quallenschutz sowie Schnorchel-Ausrüstung mitsamt Schwimmflossen plumpsten wir vom Schlauchboot  ins warme Meerwasser am Great Barrier Reef - Platsch!
Am Anfang war es noch etwas ungewohnt für mich, kein Wasser unter die Taucherbrille zu bekommen, aber das wurde schnell besser.

Es war echt cool, den Fischen und Meerestieren am Riff unter Wasser zuzusehen. Die meist farbigen Korallen bewegten sich mit der seichten Strömung. Herrlich! Nur wenige Korallen waren verbleicht und abgestorben.
Glück gehabt! Wer weiß, wie lange noch ...

Nach dem Schnorchelgang ging's wieder weiter mit dem Katamaran in Richtung Whitsundays. Das ist die wohl schönste Inselgruppe Australiens, bestehend aus 74 Inseln mit schneeweißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und dichtem Regenwald. Wirklich ein tropisches Paradies!
Die Stunden dort vergingen wie im Flug und langsam senkte sich die Sonne und wir segelten wieder zurück.

Entspannt ließ ich die Blicke über das Wasser schweifen, beobachtete die Vögel und vorbeifahrende Motorboote. Zwischendurch gab es leckeres Essen, kühle Getränke und interessante Gespräche.

Als wir wieder in den Hafen von Airlie Beach zurückkehrten, verschwand die Sonne langsam hinter den Bergen - Ein tolles Erlebnis!

Auf zur Rinder-Hauptstadt


Weiter ging es Richtung Süden.

Auf meiner Fahrt machte ich Halt in Rockhampton, einer mittelgroßen Stadt in Queensland. Sie ist aufgrund der großen Rindfleischindustrie, die die Stadt und ihre Umgebung prägt, auch als "Beef Capital" bekannt. Am sogenannten "Wendekreises des Sternzeichens Steinbock" soll es ca. 3,5 Millionen Rinder geben - Wow!

Na, davon wollte ich mich natürlich auch überzeugen und genoss eines dieser riesigen Rindersteaks in einem der typisch australischen Restaurants.
Lecker!

Einen sehenswerten Ausblick auf die Stadt und die nähere Umgebung hatte ich bei einem Ausflug zum Mount Archer, der sich gleich nebenan über der Stadt auftürmt.

Markant ist auch der Fitzroy River, der quer durch die Stadt fließt und für zahlreiche Wassersport-Aktivitäten genutzt wird.

Auffällig auch hier die vielen Grillplätze, die anders als man es vielleicht aus Deutschland kennt, alle sehr sauber und aufgeräumt wieder verlassen werden. Einfach top!

Auch architektonisch hatte die Stadt einiges zu bieten, außerdem säumten viele Parks und Alleen die Straßen.

Und, dieser Punkt markiert praktisch die südliche Grenze der Tropen.


Weiter am Pazifik entlang


Hervey Bay bietet wunderschöne Einblicke in die herrliche australische Flora und Fauna.

Hier gibt es auch jede Menge schöne Badestrände entlang seiner 16 km langen Esplanade, die ich auch entlang spaziert bin ... zumindest teilweise ;-)

Besonders die Urangan Seebrücke ist sehenswert:
Sie ist fast einen Kilometer lang und vor allem bei Anglern sehr beliebt. 
Hier kann man gemütlich flanieren, in die vielen Angeleimer schauen oder die meist erfolgreicheren Pelikane beim Fische fangen beobachten.
Und auch die vielen kleinen Krebstiere, die natürlich besonders bei Ebbe mit ihren kleinen gegrabenen Gängen sichtbar werden.


Ausflug zur größten Sandinsel der Welt


K'gari, mit einer Länge von über 120 km die größte Sandinsel der Welt, liegt hier direkt vor der Küste.

Ursprünglich nach einer Schiffbrüchigen "Fraser"-Island benannt, wurde sie
vor gut zwei Jahren offiziell in K'gari umbenannt. 
Dieser traditionelle Name sollte den Ureinwohnern des "Butchulla"-Volkes, der "Paradies" bedeutet, die tiefe Verbundenheit zur Insel anerkennen. 
Die Namensänderung der größten Sandinsel der Welt wird als wichtiger Schritt zur Wiedergutmachung und zur Anerkennung der indigenen Kultur angesehen.

Am Morgen ging es los.
Mit einer Fähre setzten wir von Hervey Bay über. 
Nach einer gut halbstündigen Fahrt an Land angekommen, ging es mit einem Allradbus weiter.

Es gibt dort keine befestigten Wege, egal ob am Strand oder durch den Dschungel, alles ging ausschließlich über Sand.
Besonders beeindruckend war dabei die Fahrt über den 75-Mile-Beach(!), einer der Hauptverkehrswege auf K'gari, welcher nebenbei auch als Fluglandepiste für Kleinflugzeuge fungierte. Verrückt!

Dabei gabe es verschiedene Stopps, beispielsweise am Wrack eines ehemaligen Luxusliners oder bei der sehenswerten bunten Sandsteinformation „The Pinnacles“.
 
Es gibt eine Vielzahl von Lebensräumen auf K’gari:
Dazu zählen Mangrovensümpfe, Buschland und Eukalyptuswälder. Auch finden sich Sanddünen, die mit tropischem Regenwald bedeckt sind – entsprechend reichhaltig ist die Tier- und Pflanzenwelt.

Auch gibt es hier fast 200 Süßwasserseen verschiedenen Typs, die ein extrem sauberes und klares Wasser aufweisen.

An einem dieser Seen hielten wir zum Badestopp.
Krokodile muss man hier grundsätzlich nicht fürchten, da aber gelegentlich schon Salzwasser-Krokodile am 75-Mile-Beach gesichtet wurden, kann Vorsicht nie schaden!

Die Hauptgefahr auf K'gari sind allerdings die wilden Dingos, die strengen Sicherheitsregeln unterliegen. 
Deshalb ist es empfohlen, sich nie ganz alleine auf den Wanderwegen oder gar im Dickicht zu bewegen. 
Die Tiere gelten als sehr angriffslustig, auch dem Menschen gegenüber, und sind auch selten alleine unterwegs.

Und tatsächlich, am 75-Mile-Beach trotteten zwei Dingos ganz gemächlich am Wasser entlang!


Die Sunshine Coast


Circa 120 Kilometer nördlich von Brisbane liegt der wohl populärste Nationalpark in Queensland, der Noosa-Nationalpark, mein nächster Stopp.

Die Fahrt dorthin hatte einiges zu bieten:
Sonne, Wolken und sogar Starkregen wechselten sich fleißig ab, Aquaplaning inbegriffen.
Aber es gab auch immer wieder Möglichkeiten den eigentlichen Weg zu verlassen und tolle Ausblicke auf die atemberaubende Natur und ihre Schauspiele zu werfen: Mein wohl schönster Regenbogen hier in Australien!

Nicht mehr weit davon lag meine Unterkunft in Tewantin, direkt am Noosa River, wohl die erste Besiedlung dieser schönen Gegend.
 
Der Noosa-Nationalpark soll mehr als eine Million Besucher pro Jahr haben!
Entsprechend frequentiert war er auch an diesem angenehm warmen und sonnigen Samstagmorgen.

Das erste Erlebnis gab es bereits kurz nach dem Start der Wanderung:
Eine Schlange lag zusammengerollt auf einem Ast, keine zwei Meter über meinem Kopf! Wow!!!
Allerdinggs bewegte sie sich nicht, verdaute vielleicht gerade einen netten Touristen ;-)
Schon ein komisches Gefühl so in der freien Natur, aber es sollte meine einzige Begegnung mit einer Schlange in Australien sein.

Weiter auf meiner Wanderung.
Der Nationalpark bietet zum einen etliche Strände zum Schwimmen, Surfen und Tauchen, zum anderen aber auch wunderschöne Wanderwege. Eine Uferpromenade führte dabei von der Mündung des Noosa River um die Kaps und Strände des Nationalparks zum Sunshine Beach, mit einer wirklich umwerfenden Aussicht!
Dieser Weg zum "Hell's Gate" (dt. "Höllentor") gilt als der am meisten begangene Wanderweg in Queensland!


Der Lamington-Nationalpark


Wie gut, dass man manchmal nicht vorher weiß, was auf einen zukommt!

An diesem Tag hieß es, die gut 100 Kilometer nach Brisbane fahren, meinen Sohn Chris aufgabeln und weiter in den Lamington-Nationalpark zur nächsten Unterkunft.

Gesagt, getan.
Der Treffpunkt war allerdings direkt in der Stadtmitte und es war Wochenende und nicht gerade wenig los, "stop-and-go" schon auf der 3-spurigen Autobahn. Dazu ja der Linksverkehr und auch kein Navi!

Und so kam es, wie es kommen musste, mehrfach verfahren und das in einer Millionen-Metropole mit ca. 2,7 Millionen Einwohnern!

Aber Ende gut, alles gut, letztendlich kam ich doch am vereinbarten Treffpunkt an, wenn auch mit gehöriger Verspätung :-)

Also, aus Eins mach Zwei:
Nach einer kurzen Begrüßung ging's dann weiter in den Richtung Süden gelegenen Nationalpark in den Bergen.
Chris war beruflich ein halbes Jahr in Australien und die Gelegenheit ihn dort zu besuchen, wollte ich mir nicht entgehen lassen ;-)

Abends wurde das Wiedersehen dann auch noch entsprechend gefeiert ;-)

Der Lamington-Nationalpark liegt im Südosten des australischen Bundesstaates Queensland an der Grenze zu New South Wales. Der Park gehört zu den in der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes stehenden Gondwana-Regenwälder Australiens.

Natürlich! 
Schon verrückt, was hier alles auf der UNESCO-Liste steht :-)

Der etwa 206 km² große Nationalpark ist der größte subtropische Urwald Australiens. Es gibt über 500 Wasserfälle und eine üppige subtropische Flora und Fauna. Besonders groß sind hier die Vorkommen von Sittichen und Kakadus.

Auf einer längeren Wanderung am nächsten Tag konnten wir uns davon überzeugen. 
Wenn wir sie auch nur hörten.
Aber ich bin sicher, sie haben uns auf jeden Fall gesehen ;-)

Dafür schauten sie aber dann morgens leibhaftig auf unserem Balkon vorbei.
Auch sehr schön.

Besonders beeindruckend waren natürlich auch wieder diese Baumriesen, die sich in diesen über Millionen von Jahren entwickelten Regenwäldern entfalten konnten. Darunter auch alte Eukalyptusbäume und Riesenfarne.


Ins Landesinnere nach Lightning Ridge


Ein wirklich verrückter Trip!

Knapp 800 Kilometer von den Bergen in Richtung Landesinnere, und das an einem Tag bei einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h!
Aber, Australien hat ja fast die Größe von Europa und da muss man schon richtig Gas geben, wenn man was sehen und erleben will.

Interessant waren die bemalten Silos am Wegesrand, die eine Art Silo-Kunstbewegung symbolisieren. 
Es soll eine Art Wiedergeburt des ländlichen Raums, ein neuer Morgen mit der Hoffnung auf wirtschaftliche Vitalität und sozialen Aufschwung einläuten.

Lange fuhren wir an Gebirgsketten entlang, wobei die Landschaft nur sehr langsam immer karger wurde. Kurz vor dem Ziel war es eher eine Busch-landschaft, kleine Wäldchen nun eher selten.
Aber die Erde war rot, so wie ich sie aus vielen Filmen und Berichten auch erwartet hätte.

Ebenso bemerkenswert waren auch die überfahrenen Tiere, die am Straßenrand oder gar auf der Straße lagen, zumeist Kängurus. 
Klar, aufgrund der riesigen Entfernungen gibt es kaum Zäune und bei den massigen Roadtrains haben die Tiere keine Chance.
Aber für so kleine Mietwagen, wie für den unseren,  ist das auch für Menschen richtig gefährlich!

Lightning Ridge ist eine Stadt im Norden von New South Wales in Australien mit gerade mal 1.400 Einwohnern.
Allerdings hat es das größte Vorkommen von Schwarz-Opalen in der Welt!

Neben den seltenen schwarzen Opale werden auch die sogenannten Kristallopale gefunden. 
Zur Suche von Opalen benötigt man eine Lizenz und im Ort leben zahlreiche Schatzsucher, wobei die Opalsuche in unterirdischen Minen stattfindet.

Auch wir besuchten eine dieser Minen und konnten somit einen Einblick in die Welt der Opalgewinnung werfen.
Sandstein ist das Gestein, in dem die wertvollen Opale gefunden werden. Und so beherbergen die Sandsteinwände der Minen nicht nur Opale, sondern auch eine faszinierende unterirdische Galerie mit hunderten Skulpturen, die über Jahrzehnte in den Stein gehauen wurden.

Wirklich einzigartig! :-) 

Ein außergewöhnliches Erlebnis ist auch das "Puttorium", welches Minigolf unter eigens vom Besitzer erstellten Skulpturen und auf sehr speziellen Bahnen bietet.
Beispielsweise ist eine der Bahnen in einem alten Schulbus! :-)

Auf der Rückfahrt Richtung Brisbane dann noch ein großer Schreckmoment: Kaum in der Morgendämmerung losgefahren, sprang ein Känguru von links auf die Straße!
Ich konnte gerade noch das Lenkrad nach rechts herumreißen und somit einen Zusammenstoß verhindern! 

Wow, nichts passiert, richtig Glück gehabt!!!


Abschluss in Brisbane


Wieder zurück in Brisbane.

Die Millionen-Metropole ist ja Gastgeber der Sommerolympiade 2032 und gerade mal 70 Kilometer vom Ferienparadies der Gold Coast entfernt.

"Brissie", wie die Stadt gelegentlich auch genannt wird, ist auch bekannt für seine Hochschulen. Verglichen mit anderen australischen Großstädten wie Sydney oder Melbourne ist die Bevölkerungsdichte hier relativ gering.

Und endlich mal einen kundigen Stadtführer ;-)
Chris zeigte mir die Sehenswürdigkeiten rund um den Brisbane River:
Auf der Nordseite zahlreiche Gastronomiebetriebe und viele Einkaufs-möglichkeiten, auf der Südseite ein Naherholungsgebiet mit Parkanlagen, diversen Museen und Kulturzentren.

Die Verbindungsbrücken zwischen den beiden Seiten bilden die Victoria Bridge sowie die Kurilpa Bridge, wobei Letztere ausschließlich von Rad-fahrern und Passanten genutzt werden kann.

Ziemlich cool, dass hier Einzelfahrten mit den Öffentlichen (hier Schiff oder Bus) egal wohin in der Umgebung nur 50 Australische Cent kosten, echt ein Schnäppchen.

Auf dem Parkgelände war gerade "Snag Fest" und so hatten wir noch viel Spaß beim Würste essen und werfen, wobei letztere dann doch aus Plastik waren :-)

Ein echter Hingucker war auch der Blick auf die beleuchtete Victoria Bridge am Abend. Ziemlich "chillig", wenn man da gegenüber sitzend sein Kalt-getränk genießt ;-)

So, dann hieß es doch langsam Abschied nehmen von Australiens Ostküste.
Sehr viel gesehen und erlebt, und doch war es nur ein kleiner Bruchteil von diesem Kontinent.

Ich kann Australien nur jedem empfehlen - Ein tolles Land!

Aber einen hab ich noch:
Mein Rückflug nach Frankfurt ging wieder über Singapur.
Aber komischerweise konnte ich am Flughafen in Brisbane gar nicht für den Anschlussflug einchecken, nur bis Singapur!

Die Auflösung: 
Von Singapur nach Frankfurt war ich nur Standby auf der Passagierliste, warum auch immer. Hieß, erstmal losfliegen und dann mal sehen, ob ich auch den zweiten Teil der Rückreise antreten konnte.

Aber auch hier, Glück im Unglück, es war noch genug Platz im Flieger. Puh! Also entspannt zurücklehnen, insbesondere, da ich einen Platz mit extra Beinfreiheit in der "Familienreihe" bekam!

Waren vielleicht deshalb die Flüge so günstig? ;-)




Sydney


Port Douglas


Cairns


Mission Beach


Townsville


Airlie Beach


Rockhampton


Hervey Bay


K'gari


Noosa


Lamington


Lightning Ridge


Brisbane