Nördlich des Polarkreises

Endlich mal wieder richtig Winter
Der Nationalpark Urho Kekkonen liegt in der nordfinnischen Provinz Lappland an der russischen Grenze.
Zum ausgedehnten Gebiet des Nationalparks gehören sowohl Fjells wie auch weite Moorgebiete und Wälder.
Das Fjell-Zentrum Kiilopää liegt dabei direkt am Nationalpark und ist ein wahres Mekka für Langläufer!
Ski-Langlauf nach Herzenslust, aber auch andere Wintersport-Aktivitäten wie Schneeschuhlaufen und Eislochschwimmen sind hier möglich.
Auch die berühmte traditionelle Rauchsauna lässt sich hier genießen.
In klaren Nächten stehen zudem die Chancen gut, hier Nordlichter zu sehen!
Wohnen im Blockhaus
Die rustikale Hütte hatte wirklich alles zu bieten, was man hier so braucht.
Die Küchenecke des Blockhauses war ausgestattet mit Geschirr, Mikrowelle, Elektroherd, Kühlschrank und Kaffeemaschine. Außerdem gab es in der Hütte neben den Betten einen Tisch mit Stühlen, einen Fernseher (leider nur finnische Programme), einen Holzofen, Kleiderschränke, eine eigene Sauna, eine Dusche mit separatem WC, sowie einen Schrank zum Trocknen von Kleidung.
Wobei der "Trockner" für mich das Highlight war!
Zunächst noch spärlich belegt, wurde er im Laufe der Woche allerdings immer voller ;-)
Schnee lag hier auch genug und von Tag zu Tag kam auch immer noch was dazu. Und das Beste dabei war, ich konnte trotzdem die Füße hochlegen, da mir hier ein großer Schneeräumer die Arbeit abnahm - Einfach genial!
Von den Temperaturen da draußen bekamen wir drinnen auch nicht viel mit, denn anstatt -20 Grad hatten wir dank Klimaanlage drinnen schnucklige +23 Grad :-)
Kleines Touristenzentrum
Mit dem Skibus leicht von Kiilopää erreichbar, liegt das Dorf Saariselkä.
Es ist 250 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegen und eines der nördlichsten und zugleich am leichtesten erreichbaren Outdoor-Resorts Europas.
Das Dorf vereint hochwertige Unterkünfte und Dienstleistungen - von Aurora-Iglus über Hotels und Apartments bis hin zu traditionellen Blockhütten - mit der Ruhe der arktischen Wildnis, die nur wenige Schritte entfernt beginnt.
Besucher kommen nach Saariselkä, um ganzjährig Naturerlebnisse zu genießen – umgeben von sanften Fjells, klarer Luft und weiten offenen Landschaften.
Saariselkä ist zudem das Tor zum Urho-Kekkonen-Nationalpark, dem zweitgrößten Schutzgebiet Finnlands.
Allerdings sollte man sein Auto bei der Witterung nicht allzu lange un-geschützt draußen stehen lassen, da sich das Ingangbringen dann doch länger hinauszögern kann.
Unterwegs mit dem Huskyschlitten
Echt cool, mal ein Husky-Gespann selber zu fahren!
"Mushing" nennt sich das und bezeichnet den Sport oder die Aktivität des Hundeschlittenfahrens, bei dem ein „Musher“ ein Gespann aus Hunden lenkt, die einen Schlitten oder Wagen ziehen.
Mein bzw. unser Schlitten (der Beifahrer sitzt dabei auf dem Schlitten) hatte 6 Huskys. Nach einer kurzen Unterweisung, wie man sich zu verhalten und zu lenken hat, ging es dann los.
Immer dem vorderen Schlitten hinterher, bremsen beim Hinunterfahren und anschieben des Schlittens beim Hochfahren ... ja, neben dem Lenken gab es doch einiges zu tun.
Dabei wurde mir wenigstens warm. Denn trotz des Thermo-Overalls herrschte eine Eiseskälte :-o
Anschließend konnten wir noch die Hundezwinger besuchen, die Hunde streicheln und uns in einer Hütte bei warmen Getränken wieder aufwärmen.
Ein tolles und ziemlich "cooles" Event!
Grillen, Dampfsauna und Eisbaden
Feuerchen in der Hütte, an einem Unterstand oder gar an einem Grillplatz zu machen, wen fasziniert das nicht.
Und wenn man dann noch sein Würstchen oder auch Pfannkuchen bruzzeln kann, dann ist das doch für die meisten von uns ein kleines "Highlight", im wahrsten Sinne des Wortes ;-)
Aber auch die Kuurakaltio-Sauna in Kiilopää war ein Höhepunkt unserer Reise. Umgeben von der faszinierenden lappländischen Landschaft liegt sie in der Nähe eines kristallklaren Flusses – perfekt für einen "Sprung" ins kühlende Nass nach einem Aufenthalt in dieser authentischen Rauchsauna.
Dabei bedeutet Rauchsauna, dass sie keinen Kamin hat, sondern stattdessen während der Aufheizphase von Rauch gefüllt wird. Nach der anschließenden Belüftung konnten wir dann einen unglaublich sanften löyly (heißen Dampf) erleben.
Und tatsächlich habe ich mich nach anfänglichem Zögern anschließend doch getraut, im Eisloch zu baden - Brrrrr!
Lustig war auch, dass meine Badeschlappen auf den Holzplanken neben der Gummimatte kleben blieben und nur mit starkem Ziehen wieder "losgeeist" werden konnten - Krass! :-)
Ein wahres Langlauf-Eldorado
Lappland ist ein wahres Paradies für Langläufer!
Auf Loipen, die immer in bestem Zustand waren, liefen wir durch malerische Wälder und Sümpfe.
Es gibt hier viele Strecken, sowohl für den Klassischen als auch für den Skating-Stil.
Schnee gab es in Hülle und Fülle. Reiner Pulverschnee!
Die Loipen waren auch nicht vereist, da die Temperaturen meist weit unter Null Grad lagen.
Auch die bei mir besonders beliebten "Einkehrschwünge" konnte ich zur Genüge anwenden:
Mal ein Cafe, mal ein kleines Restaurant, oder auch nur eine kleine Hütte zum Aufwärmen. Besonders genial, dass das Holz mit Beil zum Zerkleinern schon trocken neben der Feuerstelle lag. Und als das Feuer dann endlich brannte, war die Freude umso größer und die Hände dann auch endlich wärmer.
Das Wahrzeichen Lapplands
Wer kennt nicht Rudolph, das kleine rotnasige Rentier!
Den wollten wir natürlich auch leibhaftig mal in der freien Natur zu Gesicht bekommen!
Gut, der Einzige mit einer roten Nase weit und breit war ich ;-)
Aber wer Lappland besucht und dabei kein einziges Rentier zu Gesicht bekommt, der hat irgendetwas Grundlegendes falsch gemacht.
Denn die Tiere weiden oft in der Nähe von Straßen oder menschlichen Siedlungen.
Auch beim Langlaufen sind Rentiere kein ungewöhnlicher Anblick. Obwohl sie frei herumlaufen, sind sie halb zahm, halb wild.
Aber aufgepasst, jedes Tier in einem finnischen Wald gehört einem Hirten!
In der freien Wildbahn sind Rentiere immer in Bewegung. Sie suchen je nach Jahreszeit und Wetterlage nach der besten Stelle für Futter.
In der freien Wildbahn sind Rentiere immer in Bewegung. Sie suchen je nach Jahreszeit und Wetterlage nach der besten Stelle für Futter.
Da hier aber zu dieser Jahreszeit nicht viel von Grünem zu sehen war, waren sie ständig am Stöbern und Buddeln von Flechten unter der dicken Schneeschicht.
Schneeschuhtour
Ursprünglich nutzten die Trapper Nordamerikas Schneeschuhe – Tennisschlägergroße, riemenbespannte Holzkonstruktionen, auf denen sie sich in den langen Wintern fortbewegen konnten.
Auch wir hatten unsere Schneeschuhe mit dabei!
Die sind zwar nicht mehr aus Holz, sondern aus Plastik, machen aber bestimmt noch mehr Spaß.
Die Eislandschaft abseits der Bäume war skurril und die vom eisigen Wind geformten Figuren ließen unserer Fantasie freien Lauf.
Aber der Windchill war absolut heftig, gefühlt bestimmt bei -35 Grad.
Das hatte ich echt unterschätzt!
Winterwonderland
Mit den Polarlichtern hatten wir leider ein wenig Pech! :-(
Magisch tanzende Lichter, die den Nachthimmel in vielen bunten Farben erstrahlen lassen – so hatten wir uns das vorgestellt, wenn wir an die berühmten Nordlichter dachten.
Die Kameras waren bereit, die Linsen geputzt.
Stundenlang hatten wir Anleitungen studiert, welche Kameraeinstellung wohl die optimalsten Bilder produzieren würde, welcher Kälteschutz wohl notwendig sei, die wärmste Kleidung und die praktistischen Handschuhe waren immer parat.
Aber leider war es abends meist bewölkt, es schneite oder es war nur wenig Sonnenaktivität vorhanden.
Und so bekamen wir nur einen relativ geringen Eindruck, wie das Farbenspiel den Himmel über uns erstrahlen lassen kann.
Allerdings konnten wir als Trost doch den einen oder anderen wunderschönen Sonnenuntergang betrachten.
Trotzdem ein schwacher Trost!
Und so kam es wie es kommen musste, die schönsten ankommenden Polarlichter sahen wir beim Heimflug aus dem Flugzeug heraus.
Doch noch ein Wow-Effekt als krönenden Abschluss unseres kleinen Wintermärchens! :-)
Kiilopää


Unterkunft



Saariselkä


Husky-Safari


Barbecue

Langlaufen



Rentiere


Eiswüste


Lichterspiele



